Aus dem Archivum Corporis Electronicum: Eine Auswahl afrikanischer Versinschriften

Das Corpus Inscriptionum Latinarum (CIL) ist die einzige kritische Gesamtedition aller lateinischen Inschriften der Antike. Im Zeitraum von 1881 bis 1916 wurden in den stattlichen Faszikeln des achten CIL-Bandes insgesamt über 28.000 Inschriften aus allen nordafrikanischen Provinzen des römischen Reiches publiziert – eine Gemeinschaftsleitstung deutscher und französischer Gelehrter, die nach dem Ersten Weltkrieg bedauerlicherweise keine Fortsetzung fand.

Seither wurde diese umfassende Sammlung der lateinischen Inschriften Nordafrikas (CIL VIII) nicht mehr systematisch vervollständigt, obwohl die Zahl der bekannten epigraphischen Zeugnisse aus Nordafrika inzwischen auf über 50.000 Inschriften angestiegen ist; schon vor 30 Jahren wurden die Provinzen Tripolitania (Libyen), Africa proconsularis (Tunesien), Numidia und beide Mauretaniae (Algerien und Marokko) daher ganz richtig als "l'ensemble provincial d'Occident le plus riche en inscriptions" bezeichnet (M. Le Glay).

Das Archivum Corporis Electronicum will hier langfristig wenn nicht Ersatz, so doch Hilfe anbieten: Mit der Öffnung der Archive des CIL im Internet (ACE) ist es möglich, Fotos von Originalen und solche von Abklatschen bei der Beurteilung einer Inschrift heranzuziehen, bibliographische Hinweise zu nutzen und Konkordanzen von Inschrift-Corpora zu ermitteln – und zwar zu lateinischen Inschriften aus dem ganzen Orbis Romanus.

Einen Schwerpunkt bilden die Versinschriften der afrikanischen Provinzen: Die etwa 500 Zeugnisse geben einen überschaubaren Einblick in die Alltagskultur der Römer im Maghreb. Zugleich dient die Präsentation der Vorbereitung eines Bandes der Carmina Latina epigraphica provinciarum Africanarum im Rahmen der Sammlung aller lateinischer Versinschriften (CIL XVIII).

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